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Rossmann-Chef fordert Sondersteuer für Amazon & Co

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
DÜSSELDORF (Dow Jones)Im überwiegend stationären Einzelhandel wächst der Unmut über die Digitalriesen der Branche. Um die Innenstädte vor der Verödung zu retten, hat Raoul Roßmann, geschäftsführender Gesellschafter der Drogeriekette Rossmann, einen drastischen Vorschlag: "Wir brauchen Hürden für den Onlinehandel, insbesondere für die ganz großen Player wie Amazon, wenn wir das Gut der Innenstädte schützen wollen", fordert er im Gespräch mit dem "Handelsblatt".

Das sei eine radikale Lösung, räumt er ein. "Aber es ist die einzige, die uns davor bewahrt, Milliarden in die Innenstädte zu pumpen, beispielsweise um künstlich Mieten zu reduzieren", sagt er. Mit Hürden für den Onlinehandel werde der Strukturwandel im Handel eine Zeit lang gebremst, so dass die stationären Händler mehr Zeit bekämen, sich auf die veränderten Bedingungen anzupassen.

Er schlägt dafür beispielsweise eine Paketsteuer oder höhere Mehrwertsteuersätze für Unternehmen mit einem hohen Umsatzanteil im Onlinehandel vor. "Wenn ich für ein online bestelltes Paket fünf Euro mehr bezahlen muss als wenn ich die Produkte stationär erwerbe, dann überlege ich genau, ob es mir das wert ist", sagt Roßmann. Die bisher diskutierten Maßnahmen mit Milliardeninvestitionen in die Innenstädte seien nicht zielführend und am Ende nur sehr teuer für den Steuerzahler.

Die Summe der Maßnahmen, mit denen die Politik die Unternehmen konfrontiert, bezeichnet Roßmann als "bürokratischen Alptraum" und er warnt: "Wir müssen aufpassen, dass unsere Firmen nicht Anwaltskanzleien mit angeschlossenem Handelsbetrieb werden." Der Fokus auf das Kerngeschäft gehe immer mehr verloren und das bremse die wirtschaftliche Dynamik.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/flf

END) Dow Jones Newswires

August 01, 2021 08:09 ET ( 12:09 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
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