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ROUNDUP: UBS erzielt höchsten Quartalsgewinn seit Jahren - Aktie an SMI-Spitze

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
ZÜRICH (dpa-AFX) - Günstige Marktbedingungen und eine gute Stimmung bei den Anlegern haben der Großbank UBS +0,03% im Sommer einen überraschend hohen Milliardengewinn beschert. Unter dem Strich stand in dem üblicherweise eher schwächeren dritten Quartal ein Gewinn von knapp 2,3 Milliarden US-Dollar (rund 2 Mrd Euro), wie das größte Geldhaus der Schweiz am Dienstag in Zürich mitteilte. Es war das beste Quartalsergebnis seit 2015 und der höchste Gewinn in einem dritten Quartal seit 2007. Damit übertraf das Institut die Erwartungen von Analysten deutlich.

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten gut an. Kurz nach Handelsbeginn in Zürich legte die UBS-Aktie um 2,5 Prozent zu und war damit Spitzenreiter im schweizerischen Leitindex SMI -2,01%. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier bereits gut ein Drittel an Wert gewonnen und wird damit sogar rund ein Viertel teurer gehandelt als vor Beginn der Corona-Krise im Februar 2020.

Im Sommer lief es für die UBS erneut glänzend. "Trotz der zuletzt beobachteten Unsicherheit präsentierten sich Markt und wirtschaftliches Umfeld im dritten Quartal weitgehend positiv", sagte Bankchef Ralph Hamers.

So investierten die Kunden der hauseigenen Vermögensverwaltung netto 19 Milliarden Dollar an frischem Geld in gebührengenerierende Anlagen. Damit summieren sich die Zuflüsse im bisherigen Jahresverlauf auf 80 Milliarden Dollar. Weil die Kunden eifrig handelten, legte zudem der transaktionsbasierte Ertrag der Sparte in den ersten drei Quartalen um acht Prozent zu.

Auch insgesamt entwickelte sich das Geschäft für die UBS zuletzt weiter positiv. Die Erträge der Bank stiegen im Vergleich zum dritten Quartal 2020 konzernweit um zwei Prozent auf gut 9,1 Milliarden Dollar - während Analysten mit einem Rückgang gerechnet hatten. In der Investmentbank legten die Erträge bereinigt um einen Sondereffekt aus dem Vorjahr um elf Prozent zu. Zudem konnte die UBS ihre Kosten leicht senken: Das Verhältnis von Kosten zu Erträgen verbesserte sich konzernweit auf 68,7 Prozent und lag damit unter der Zielmarke des Managements.

Mögliche Kreditausfälle im Zuge der Corona-Krise bereiten der UBS-Führung derweil immer weniger Sorgen. Die Bank löste zum 30. September weitere Rückstellungen für faule Kredite in Höhe von 14 Millionen Dollar auf, nachdem sie ein Jahr zuvor noch 89 Millionen dafür zur Seite gelegt hatte. Damit hat sie seit Jahresbeginn Risikovorsorge in Höhe von 121 Millionen Dollar aufgelöst.

Bankchef Hamers wertete die jüngsten Ergebnisse als Bestätigung der bisherigen Strategie. "Doch es gibt noch so viel mehr, was wir tun können und müssen." Bei einem Strategie-Update am 1. Februar 2022 will er erklären, "was dies für unsere Kunden und Aktionäre bedeutet".

Bereits in diesem Jahr gibt die UBS Kapital an ihre Anteilseigner zurück: In den ersten neun Monaten erwarb die Großbank eigene Aktien im Wert von zwei Milliarden Dollar. Im vierten Quartal will sie erneut bis zu 600 Millionen Dollar in Aktienrückkäufe stecken.

Unterdessen wartet die UBS immer noch auf eine Entscheidung mit absehbar milliardenschweren Folgen. Denn am 13. Dezember will ein französisches Gericht seine Entscheidung im Berufungsprozess der UBS um mutmaßlichen Steuerbetrug in Frankreich fällen. Vor zwei Jahren war die Bank in erster Instanz zu einer Rekordgeldbuße von mehr als 3,7 Milliarden Euro verurteilt worden, hat dagegen aber Berufung eingelegt. Sie wies Vorwürfe eines strafbaren Fehlverhaltens zurück. Für die UBS geht es dem eigenen Geschäftsbericht zufolge um Forderungen von insgesamt 4,5 Milliarden Euro.

Die Staatsanwälte hatten der UBS vorgeworfen, in den Jahren 2004 bis 2012 Beschäftigte nach Frankreich geschickt zu haben, um dort reiche Kundschaft anzuwerben. Die UBS solle die Klientel dann dazu animiert haben, ihr Geld in der Schweiz und damit vorbei am französischen Fiskus zu platzieren./stw/men/mis


Quelle: dpa-AFX
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