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Spiel, Spaß und Sport immer gerne – nur nicht beim Vermögensaufbau

| Quelle: Lars Brandau | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nun rollen die Bälle bei der Fußball-Europameisterschaft also endlich. Einen Monat lang wird in insgesamt elf Städten unermüdlich in fast leeren Stadien um den Pokal gekämpft. Aber nicht nur sportlich ist das Turnier ein Highlight, auch wirtschaftlich steht viel auf dem Spiel. Sponsoren, Sportartikelhersteller, Wettanbieter oder die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie: Zahlreiche Wirtschaftszweige erhoffen sich in den kommenden Wochen rund um das Fußballturnier gute Geschäfte und nachhaltiges Renommee. Die Europameisterschaft ist ein Milliardenspiel; trotz Corona und etwaiger Einschränkungen, ebenso übrigens wie die Tour de France oder die Olympischen Spiele auch.

Wie stark sich sportliche Großereignisse tatsächlich auf das Börsengeschehen auswirken, ist zwar umstritten, dennoch kann es sich für Anleger auszahlen, auf die potenziellen Profiteure des nahenden Fußballturniers zu setzen. Traditionell gibt es im Umfeld dieses und vergleichbarer Großereignisse entsprechende Finanzprodukte am Markt.

Wer sich für solche Produkte interessiert, sollte wissen, worauf er sich einlässt. Sportzertifikate zur Europameisterschaft eröffnen häufig attraktive Gewinnchancen ebenso wie mögliche hohe Verluste. Spätestens mit dem EM-Anpfiff schlägt auch wieder die Stunde der Wettprofis, die mit Fußballzertifikaten auf den Titelgewinn eines der Teilnehmerländer spekulieren.

Solche Produkte sind letztlich schlichte Wetten und orientieren sich an zufälligen Spielergebnissen. Aber gerade große Sportereignisse verleiten vor allem Fans dazu auf ihre Ikonen zu setzen. Und auch hier scheinen der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Fans setzen auf Spielergebnisse, den Gewinner des Turniers, den Torschützenkönig, den besten Nachwuchsspieler und einiges mehr.

Nur muss jedem dabei klar sein, dass das alles wahrlich gar nichts mit Anlageprodukten im klassischen Sinn zu tun hat.

Anlage-Zertifikate beziehen sich auf wirtschaftliche Basiswerte wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffe. Sport-Zertifikate sind für Sportbegeisterte auf den ersten Blick reizvoll, weil sie spielerisch eine emotionale Verbindung zu einer Sportart oder einem bestimmten Event herstellen. Der Deutsche Derivate Verband weist seit Jahren immer wieder darauf hin, dass sich diese Produkte in keinem Fall für Anlagezwecke eignen.

Finanzprodukte im Umfeld sportlicher Großereignisse haben mit Wertpapierkultur wenig bis nichts zu tun.

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Lars Brandau

Lars Brandau Lars Brandau ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der studierte Germanist und Politologe gilt als ausgewiesener Kommunikationsprofi. Zuvor war er unter anderem in verschiedenen leitenden Funktionen beim Nachrichtensender n-tv; zuletzt als Chefmoderator. In dieser Zeit berichtete er als Reporter aus Kriegs- und Krisengebieten, kommentierte zahlreiche Landtags- und Bundestagswahlen und moderierte drei Jahre lang die Telebörse. Weitere Informationen unter: www.derivateverband.de

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