DAX®15.506,74+1,03%TecDAX®3.896,16-0,29%Dow Jones 3034.374,91+1,34%Nasdaq 10015.198,45+1,14%
finanztreff.de

Trügerische Heimatverbundenheit

| Quelle: Lars Brandau | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Für die allermeisten Anlegenden in Deutschland ist der DAX nach wie vor das Maß aller Dinge. Solange der Leitindex nicht fällt, stimmt es auch mit dem Wohlbefinden der Bundesbürger; solange es nach oben geht, glauben Investorinnen und Investoren zu wissen, was sie haben. Doch diese ausgeprägte Home-Bias hat auch ihre Schattenseiten.

„Zu Hause ist es doch am schönsten“, das klingt oft durch, wenn Menschen nach ihren Urlaubserlebnissen befragt werden. Viele nutzen die Sommermonate, um den Stress des Alltags und der Pandemie einfach mal hinter sich zu lassen und auszuspannen. Fernab jeder Routine einfach die Seele baumeln lassen und abschalten. Und nach wie vor verbringen viele ihren Urlaub vorzugsweise in der Heimat und nicht im fernen und exotischen Ausland.

Aber nicht nur Urlauber schätzen die Regionen von Flensburg bis Berchtesgaden, auch viele Anlegende wissen scheinbar um die Attraktivität deutscher Aktien und Indizes. Geht es dem DAX gut, dann braucht man sich um die Deutschland-AG keine Sorgen zu machen, so die stark verkürzte Wahrnehmung. Nun, die Deutschland-AG gibt es schon lange nicht mehr und der deutsche Blue-Chip-Index zeigt trotz der Größe der dort vertretenen Unternehmen eben doch nur einen eher untypischen Ausschnitt des Ganzen. Zu bedenken ist, dass diejenigen, die ausschließlich heimatverbunden investieren, eine breitere Streuung ihrer Geldanlage vernachlässigen. Hinzu kommt, dass der DAX immer weniger „deutsch“ ist. Darüber hinaus gibt es natürlich auch immer unterschiedliche Interessenslagen. Während sich die großen Konzerne vor allem um ein mit den jeweils vorherrschenden gesellschaftspolitischen Strömungen kompatibles Image bemühen, geht es im Mittelstand eher um die praktischen Herausforderungen des Standorts – und die sind angesichts rekordhoher und steigender Steuerlast, rekordhoher und steigender Energiepreise, einer anziehenden Teuerung und weiter vorhandenen Lieferengpässen bereits ein mehr als abendfüllendes Programm.

Was bedeutet das nun für die Wertpapieranlage? Mit einer breiten Streuung über verschiedene Assetklassen und Regionen hinweg sollten Privatanlegende langfristig gut aufgestellt sein. Natürlich muss man sich darüber im Klaren sein, dass etwaige Abschwünge, rezessive Tendenzen oder ein mögliches Drehen an der Zinsschraube in 2022 immer auch spürbare Auswirkungen auf andere Märkte haben. Generell kann es aber auch künftig durchaus Sinn machen, über die eigenen Landesgrenzen zu schauen.

Schlagworte:
, , ,
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

Lars Brandau

Lars Brandau Lars Brandau ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der studierte Germanist und Politologe gilt als ausgewiesener Kommunikationsprofi. Zuvor war er unter anderem in verschiedenen leitenden Funktionen beim Nachrichtensender n-tv; zuletzt als Chefmoderator. In dieser Zeit berichtete er als Reporter aus Kriegs- und Krisengebieten, kommentierte zahlreiche Landtags- und Bundestagswahlen und moderierte drei Jahre lang die Telebörse. Weitere Informationen unter: www.derivateverband.de

» Alle News von Lars Brandau

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

HSBC Trading TV

Werbung

Trading-Tipp

Börsen & Märkte

US-Marktüberblick

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
El Salvador führt als erstes Land den Bitcoin als Währung ein. Sollten die anderen Länder nachziehen?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen