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Überraschend wenig Akzeptanz für die Beipackzettel

| Quelle: Lars Brandau | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Wer sein Geld an den Kapitalmärkten anlegt, ist auf Informationen angewiesen. Vor dreieinhalb Jahren wurden regulatorisch vorgeschrieben, Basisinformationsblätter eingeführt. Auf drei Seiten sind wichtige Angaben zur Produktart, dem Risiko, der Rendite und den Kosten aufgeführt. Das Problem ist nur, dass der Großteil der Anlegerinnen und Anleger diesen Beipackzettel kaum zu nutzen scheinen.

In den zurückliegenden Jahren wurden einige weitreichende europäische und nationale Regulierungsvorhaben auf den Weg gebracht. Diese sollten im Nachgang der schweren Finanzkrise dazu beitragen, das Vertrauen in das Finanzsystem und dessen Produkte zu stärken. Einiges hat sich im Grundsatz bewährt, bei anderem gibt es noch Verbesserungsbedarf. Das gilt zum Beispiel für die Beipackzettel, die in standardisierter Form ganz unterschiedliche Finanzprodukte miteinander vergleichbar machen. Sie sollen Privatanlegerinnen und -anlegern Orientierung bieten bei der Fülle von Angeboten speziell auch für die Altersvorsorge.

In der monatlichen Trendumfrage des DDV wurde diesmal danach gefragt, welche Informationen vor dem Kauf eines Wertpapiers genutzt werden. Und herauskam, dass lediglich etwa 15 Prozent das gesetzlich vorgeschriebene Basisinformationsblatt als Entscheidungsgrundlage verwenden. Weit vorne in der Beliebtheit und der Nutzung stehen nach wie vor Medienberichte mit 43 Prozent, gefolgt von den Produktinformationen der Emittenten mit knapp 30 Prozent.

Die Trendumfrage des DDV wurde in der zurückliegenden Woche auf diversen Online-Finanzportalen gestellt und es nahmen insgesamt 778 Personen teil. Dabei handelt es sich in der Regel um gut informierte Selbstentscheider, die ohne aktive Beratung ihre Investitionsentscheidungen treffen.

Kurzinformationen sind für Anlegerinnen und Anleger grundsätzlich positiv zu bewerten. In der Praxis legen Umfragen wie die des DDV aber nahe, dass die vorgeschriebenen Basisinformationsblätter in ihrer aktuellen Form nur wenig Akzeptanz finden. Offenbar schaffen es die klassischen Medien gut, das Interesse und Vertrauen der Leserschaft auf sich zu ziehen. Entscheidend ist letztlich allerdings nur, dass sich Anlegerinnen und Anleger, bevor sie sich für ein Kapitalmarktprodukt entscheiden, wirklich wissen und verstehen was sie kaufen, und wo die Chancen und Risiken bei der jeweiligen Anlage sind.

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Lars Brandau

Lars Brandau Lars Brandau ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der studierte Germanist und Politologe gilt als ausgewiesener Kommunikationsprofi. Zuvor war er unter anderem in verschiedenen leitenden Funktionen beim Nachrichtensender n-tv; zuletzt als Chefmoderator. In dieser Zeit berichtete er als Reporter aus Kriegs- und Krisengebieten, kommentierte zahlreiche Landtags- und Bundestagswahlen und moderierte drei Jahre lang die Telebörse. Weitere Informationen unter: www.derivateverband.de

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