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Was ist eine Inflation

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Wenn alle Preise und Löhne schrittweise steigen, aber keiner richtig begründen kann, warum, wieso und für wie lange. Denn Inflationen entstehen ähnlich heimlich wie ein Virus, der dann plötzlich auftritt und Breitenwirkung erlangt. Das Gefährliche daran ist: Bei wohl 80 % aller Preise für Industrie- oder Verbrauchsgüter sind die gleichen Preistreiber tätig, die in vielfältiger Form, aber kaum sichtbar, diese Preisentwicklung stützen.

Zurzeit gibt es kein Computerprogramm, das dies simulieren könnte. Vor Jahren versuchte Control Data mit einem der berühmten Supercomputer von CD ein solches Computerprogramm zu entwickeln. Das Problem liegt in der Vielzahl der Daten als Ausgangspunkt und der Kombination jeder einzelnen Zahl mit einer anderen Zahl, quer durch alle Produkte. 

Die Schätzungen der Volkswirte sind Bauchrechnungen. Das geht auch gar nicht anders, weil die Datengrundlage viel zu gering ist. Hinzu kommt, dass die Berechnung der Inflation auf der Verbraucherseite auf einem sogenannten Warenkorb beruht, der nicht vollständig ist. Auf der Erzeugerseite gibt es Einflüsse, die entweder über Löhne oder über die Einkaufspreise variabel erscheinen, aber ein festes Muster gibt es ebenfalls nicht. Darin liegt die Tücke. 

Die stark steigenden Preise für Öl, Gas und Strom haben alle ihre eigenen Ursachen. Wichtig ist jedoch, wie die im Einzelnen miteinander wirken und in welcher Kombination. Jeder Verbraucher kann sich über einen steigenden Ölpreis ärgern oder über einen erhöhten Strompreis, aber wichtig ist, wie diese Preise am Ende auf alle Produkte wirken, woraus ein Rückenwind wird. Die Ereignisse bei der Ölkrise vom Oktober 1973 sind vielfach unbekannt oder in Vergessenheit geraten. Die damalige Entwicklung lässt sich auf die heutige Lage 1 zu 1 übertragen. In wenigen Zahlen ist das darzulegen: Die amerikanischen Zinsen (T-Bonds) stiegen von 1973 bis 1980 von 3,5 % bis 16 %. Die kurzen Zinsen sogar bis 21 %. Die Inflationsrate stieg von etwa 2,5 % bis rd. 8 %. Die Deutschen machten es etwas besser, was allein auf die Arbeit der Bundesbank zurückzuführen war: Die Inflation stieg von ca. 2 % bis 5,5 - 6 %, die Rendite der Bundesanleihen von rd. 5 % bis 9 %. Dafür wurde die Bundesbank hoch gelobt. Das Schlüsselwort lautete: Potenzialorientierte Geldmengensteuerung, woran auch der deutsche Bundeskanzler scheiterte und sein persönlicher Freund als Bundesbankpräsident gleichfalls früher als erwartet zurücktrat. 

Ergebnis: Was bevorsteht, ist ein klarer Trend, aber mit einer seriösen Wirtschafts- und Geldpolitik ist er beherrschbar.  

Ihr

Hans A. Bernecker

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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