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Aktien - Basiswissen

Welche Probleme bestehen bei der Portfoliooptimierung?

Für die „Portfolio-Selection-Theorie“ erhielt Harry M. Markowitz 1990 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft. Die Portfolio-Theorie nach Markowitz ist weit verbreitet und dennoch in Wissenschaft und Praxis nicht unumstritten. Streitpunkte über die Portfoliotheorie ergeben sich sowohl aus der praktischen Anwendung als auch aus der theoretischen Fundierung. Der praktisch orientierte Anleger möge die wissenschaftliche Argumentation überspringen und sich ausschließlich dem praktischen Teil widmen.

Wissenschaftliche Probleme ergeben sich aus der Tatsache, dass die Portfolio-Theorie Anlagemöglichkeiten nur Aufgrund ihrer erwarteten Rendite und Varianz bewertet. Dies führt aber nur dann zu einer tatsächlichen Nutzenmaximierung des Anlegers, wenn Aktienkurse normalverteilt oder der Anleger über eine sogenannte quadratische Nutzenfunktion verfügen würde. Ersteres lässt sich empirisch leicht wiederlegen, da zu beobachten ist, dass Aktien öfter als für normalverteilte Daten zulässig starke Kursausschläge aufzeigen. Quadratische Nutzenfunktionen implizieren, dass Anleger die über ein großes Vermögen verfügen einen geringeren Betrag risikoreich anlegen, als Anleger mit geringem Gesamtvermögen. Diese Annahme entbehrt aber der logischen Vernunft.

Praktische Anwendungsprobleme ergeben sich vor allem in der Vorstellung über die künftigen Renditen, Varianzen und Korrelationen, die bei der Portfoliooptimierung nach Markowitz für alle Wertpapiere bekannt sein müssen. Gängige Praxis ist, Werte aus der Vergangenheit zu bestimmen und diese, unter Umständen leicht modifiziert, auf die Zukunft zu übertragen. De facto werden Wertpapiere aber oft andere Kursverhalten aufweisen als in der Vergangenheit. Die Voraussetzung der sicheren Schätzung für zukünftigen Rendite, Varianz und Korrelation eines Wertpapiers ist in der Praxis demnach nicht gegeben. Fehlt es jedoch an exakter Kenntnis dieser Werte, sind die Ergebnisse der Portfoliooptimierung mit Vorsicht zu genießen.

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