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Knock-Outs - Basiswissen

16 Welche Knock-Out Typen gibt es?

In den letzten Jahren haben sich Knock-Out Produkte auf den Markt etabliert, die sich im wesentlichen durch die Laufzeit und die Gestaltung der Knock-Out- oder Stop-Loss-Schwelle unterscheiden. Ende 2004 kamen die rollierenden Zertifikate, die Rolling Futures, hinzu.


I. KO Produkte ohne Stop-Loss-Barriere, laufzeitbegrenzt:


Kennzeichen


  • Begrenzte Laufzeit
  • KO Schwelle entspricht dem Basispreis.
  • Finanzierungskosten fließen als Auf- und Abgelder in den Kurs des Produkts ein.
  • Je näher die KO Barriere um so höher ist die Hebelwirkung.

Bei dieser Variante des KOs entspricht die KO Schwelle dem Basispreis.


Diese Form der KOs lässt größere Hebel zu. Je näher der aktuelle Kurs der KO Schwelle kommt, um so kräftiger wirkt der Hebel. Hohe Hebel haben in volatilen Märkten allerdings das Risiko einer Verletzung der KO Barriere. Anleger sollten Sie nicht so nah am aktuellen Kurs wählen. Im Falle eines Knock-Outs wird die Laufzeit vom Emittenten vorzeitig beendete und der Wert des KOs verfällt. Anleger erhalten aus steuerlichen Gründen 0,001 Euro zurück, wenn sie die Papiere an den Emittenten verkaufen.


2. KO Produkte ohne Stop-Loss-Barriere, Open end


Kennzeichen:


  • Unbegrenzte Laufzeit
  • KO Schwelle entspricht dem Basispreis.
  • Kein Aufgeld
  • Je näher die KO Barriere um so höher ist die Hebelwirkung.

    Diese Variante wird von der Commerzbank als Best unlimited Turbo Zertifikat für Währungen und Edelmetalle angeboten. Da Basispreis und die Stop-Schwelle identisch sind, erreicht das Produkt in der Nähe der Schwellen höhere Hebel. Verletzt der Kurs des Basiswerts allerdings die Knock-Out Schwelle, wird auch diese Produkt-Variante wertlos. Anders als bei den Produkten mit einer limitierten Laufzeit, wird kein Aufgeld in den Kurs eingerechnet. Der Emittent passt den Basispreis und damit die Stop-Loss-Schwelle entsprechend der Finanzierungskosten täglich an.


    3. Stop-Loss-Produkte mit begrenzter Laufzeit:


    Kennzeichen

  • KO Barriere ist durch eine Stop-Loss-Schwelle dem Basispreis vorgelagert.
  • Dem Anleger bleibt Restwert nach Auslösen des KOs
  • Finanzierungskosten fließen als Auf- und Abgelder in den Kurs des Zertifikats ein.
  • Aufgelder reduzieren sich zum Laufzeitende hin.

    Von verschiedenen Emissionshäusern werden Hebel-Produkte angeboten, bei denen nicht der Basispreis sondern eine vorgelagertes Kursniveau als Sicherheitsstop eingebaut ist. Es wird auch als Stop-Loss-Schwelle bezeichnet. Sie liegt beim Call zwischen drei (Indizes) und zehn Prozent (Aktien) über und beim Put etwas unterhalb der Basis. Zum Inneren Wert, also der Differenz zwischen Basis und aktuellem Kurs, kommt ein Aufgeld (Call) oder Abgeld (Put) hinzu. Das Aufgeld baut sich bis zum Laufzeitende kontinuierlich ab. Bei einem Knock-Out wird das verbliebene Aufgeld an den Inhaber zurückgezahlt. Zusätzlich sollen im Knock-out Fall der verbliebene Innere Wert wieder an den Anleger zurückfließen. Aber das ist nicht garantiert, so dass der Emittent auch einen geringen Betrag als den Inneren Wert ausbezahlen kann.


    4. Stop-Loss-Produkte mit unbegrenzter Laufzeit:


    Kennzeichen

  • KO Barriere ist durch eine Stop-Loss-Schwelle dem Basispreis vorgelagert.
  • Nach Auslösen des Stop-Loss-Level bleibt dem Anleger ein Restwert.
  • Basispreis und Stop-Loss-Barrieren werden entsprechend der Finanzierungskosten täglich oder monatlich angepasst.

    Die Funktionsweise der Open-End-Stop-Loss-Produkte ähnelt denen mit einer begrenzten Laufzeit. Anders als bei den limitierten Produkten geht kein Aufgeld in den KO Kurs ein. Die Finanzierungskosten rechnet der Emittent durch variable Basispreise und Stop-Loss-Schwellen täglich ein. Andere Häuser passen Basispreis und Stop-Loss-Barriere nur einmal im Monat an.


    5. Rollierende Knock-Outs


    Kennzeichen

  • KO Barriere ist durch eine Stop-Loss-Schwelle dem Basispreis vorgelagert.
  • Der Hebel bleibt während der gesamten Laufzeit stabil.
  • Basispreis, Bezugsverhältnis und Stop-Loss-Barrieren werden entsprechend der Finanzierungskosten täglich oder bei Bedarf angepasst.
  • Anleger werden beim Erreichen der Stop-Loss-Barrieren nur vorübergehend ausgeknockt.

    Ende 2004 kamen Goldman Sachs und dann ABN Amro mit einer weiteren Variante der Knock-Outs: Die Rolling Turbos oder Rolling Minis sind Knock-Out Produkte mit variablem Basispreis und Stop-Loss-Barriere ohne feste Laufzeit.


    Der wichtigste Unterschied zu den anderen Knock-Out Produkten ist der vom Emittenten durch eine tägliche Anpassung konstante Hebel. Während bei allen anderen Knock-Out Varianten der Hebel für den Anleger erst nach dem Kaufzeitpunkt konstant bleibt, ist der Hebel bei Rolling-Turbos während der gesamten Laufzeit stabil. Dieses erreicht der Emittent, indem er einmal täglich sowohl die Basispreise als auch die Bezugsverhältnisse des Rolling-Turbos an die aktuelle Marktlage anpasst. Während der eine Emittent (Goldman Sachs) jeden Tag die Basis, die Knock-Out Schwelle und das Bezugsverhältnis anpasst, um den Hebel konstant zu halten, rollt das andere Haus (ABN Amro) nur bei Überschreiten bestimmter Grenzen. So darf der Hebel um 20 Prozent schwanken. Bei einem Hebel von zehn wird erst angepasst, wenn der Hebel unter acht fällt oder zwölf übersteigt. Damit senkt das Haus die Roll-over-Kosten.


    Bei den rollierenden Produkten wird der Anleger im Fall des Erreichens der Stop-Loss-Schwelle nur vorübergehend ausgeknockt. Tatsächlich kann er aber weiter investiert bleiben, denn je nach dem Zeitpunkt des vorläufigen Verfalls wird der Rolling-Turbo entweder noch am selben oder am darauffolgenden Tag wieder neu eingesetzt. Vorher rechnet der Emittent jedoch Basispreis und Bezugsverhältnis des Turbos wieder so um, dass der in den Emissionsbedingungen angegebene Hebel wieder erreicht wird. Hinzu kommt bei den Rolling Minis ein Mechanismus, der dem Anleger den einmal erreichten Gewinn sichert. Das macht das Produkt vor allem in stark volatilen Phasen sicherer.


    Die Stärke der Produkte liegt in Trendmärkten. In Seitwärtsmärkten kommt es zum Wertverlust durch die Roll-over-Kosten.

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