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Optionsscheine - Basiswissen

10 Wie berechnet sich der Preis eines Optionsscheins?

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die bei der Preisbildung eines Optionsscheins eine Rolle spielen. Zur theoretischen Berechnung eines Preises eines Warrants werden Optionsscheinmodelle herangezogen. Das Model von Fischer Black and Myron Scholes ist wohl das bekannteste. Sie haben die verschiedenen Einflussfaktoren und ihre Wirkungen auf den Optionspreis in einer wissenschaftlichen Formel zusammengefasst. Als Einflussfaktoren haben sie die folgenden Komponenten ausfindig gemacht:

  • Kurs des Basiswerts
  • Basispreis
  • Restlaufzeit
  • Implizite Volatilität
  • Zinssatz
  • Dividendenerwartung.

Basispreis

Einer Einflussfaktoren auf die Preisbildung des Optionsscheins ist der vom Emittenten gewählte Basispreis (Strike). Je höher der Basispreis, desto niedriger (Call) bzw. desto teuerer (Put) ist der Optionsschein-Preis. Denn mit ihm sinkt (Call) oder steigt (Put) die Wahrscheinlichkeit, dass der Optionsschein am Ende der Laufzeit einen inneren Wert aufweist.

Restlaufzeit

Wie an anderer Stelle (Innerer Wert) bereits beschrieben, wird der Wert des Optionsscheins auch durch den Zeitwert bestimmt. Je länger die Laufzeit oder Restlaufzeit einer Option, um so höher ist der Zeitwert und damit der Warrantpreis. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Optionsschein in die Gewinnzone läuft, steigt mit der Laufzeit.

Implizite Volatilität

Ein wichtiger Einflussfaktor auf den Optionsscheinpreis ist die Volatilität. Die Volatilität gibt die Amplituden (Höhe) der Kursschwankungen des Basiswerts an. Obwohl sie nicht die Richtung der Kursschwankungen angibt, deutet die Volatilität die Wahrscheinlichkeit von Kursanstiegen oder Kursrückgängen an. Die Optionsscheinprämie wird durch die zukünftige Volatilitätserwartung (implizite Volatilität) beeinflusst. Steigt die implizite Volatilität, nimmt auch die Optionsscheinprämie bei Calls und Puts gleichermaßen zu. Der Markt nimmt an, dass mit der Zunahme der Kursschwankungen (Volatilität) des Basiswerts auch die Wahrscheinlichkeit zunimmt, dass der Optionsschein am Ende einen Inneren Wert aufweist. Je tiefer allerdings ein Optionsschein im Geld ist, um so unempfindlicher reagiert er auf Volatilitätsveränderungen.
Die implizite Volatilität, also die Volatilitätserwartung, differiert von Emissionshaus zu Emissionshaus allerdings nicht selten. Diese Unterschiede sind zum einen abhängig von den historischen Volatilitätsdaten, zum anderen von der subjektiven Einschätzung des Market Makers, also dem Emissionshaus, der Kursentwicklung des Basiswerts in der nahen Zukunft.

Zinssatz und Dividendenerwartung

Zur Berechnung des Optionsscheinpreises gehören ebenfalls die Zinsen und Dividenden, die über den so genannten Terminkurs des Basiswerts in die Prämie der Option einfließen.
Als cost of carry oder auch Haltekosten werden die Nettofinanzierungskosten für das tatsächliche Halten eines Basiswerts bis zum Laufzeitende bezeichnet, also dem theoretischen Erfüllungszeitpunkts des Optionsrechts. Dem gegenüber steht der indirekte Kauf des Basiswerts über den Optionsschein.

Im Vergleich zum Direktkauf entfallen bei einem Kauf des Basiswerts über einen Optionsschein die Nettofinanzierungskosten vollständig, denn während der Laufzeit des Optionsscheins entstehen weder Finanzierungskosten aus dem Halten des Basiswertes. Auf der anderen Seite steht allerdings das Emissionshaus, dass den Basiswert für den Fall einer Ausübung im Bestand hält, wofür es Kapital bereitstellen muss.

Der Preis eines Optionsscheins ist also abhängig von der Entwicklung der Zinsen. Kommt es zu einem Zinsanstieg, steigen auch die Finanzierungskosten des Emittenten für den Kauf des Basiswerts, den er zu seiner Absicherung des Optionsscheins benötigt. Diesen Kosten gibt er über eine erhöhte Optionsscheinprämie weiter, so dass der Preis eines Kauf-Optionsscheins steigt.
Anders sieht es dagegen beim Put-Optionsschein aus. Das Emissionshaus muss ständig Kapital bereithalten. Denn er hat sich verpflichtet, den Basiswert zum vereinbarten Basispreis vom Anleger zu kaufen. Wenn die Zinsen klettern, steigen auch die Kapitalerträge. Über eine niedrigere Optionsprämie sollte dann auch der Wert der Put-Optionsscheine fallen.

Zahlen die Unternehmen der Basiswerte Dividenden, stehen den Zinskosten Erträge gegenüber. Das reduziert die cost of carry. Hebt das Unternehmen die Dividende an, werden Kauf-Optionsscheine theoretisch preiswerter, Put-Optionsscheine dagegen teurer. In Erwartung des Dividendentermins sollte daher der Wert der Call-Optionsscheine sinken, der Preis für Put-Optionsscheine steigen.

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